Über die Gesundheit beim Leonberger
 
Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen beim Hund
von Dr. Markus Eickhoff   eMail   www 

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Lokale hochgradige, nicht einfach zu erkennende Parodontitis im Oberkieferseitenzahnbereich (Pfeil). Zwischen Oberkieferreißzahn und erstem Molaren ist eine tiefe Tasche entstanden.


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Abb. 1b:
Im Röntgenbild zu Abb. 1a zeigen sich eine deutliche Knochenauflösung. Insbesondere die vordere Wurzel des Molaren ist bis über die Wurzelspitze betroffen. Durch Ausweitung dieses Prozesses wird auch die hintere Wurzel des Oberkieferreißzahns miteinbezogen.


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Abb. 1c:
Aufgrund der parodontalen Problematik aus Abb. 1a hat sich eine Schwellung unterhalb des rechten Auges gebildet.


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Abb. 2:
Durch eine Zahnfehlstellung mit vermehrter Belagsbildung hat sich eine Entzündung des Zahnhalteapparates entwickelt.


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Abb. 3:
Generalisierte, massiver Zahnstein- und Plaquebefall an Oberkieferseitenzähnen. Der parodontale Zustand der Zähne lässt sich ohne Entfernung des Zahnsteins und der Beläge nicht beurteilen, von einer Schädigung des Parodontalapparates kann jedoch ausgegangen werden.


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Abb. 4a:
Absplitterung am Oberkieferreißzahn mit Eröffnung der Pulpa, welche hierdurch abgestorben ist.

 


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Abb. 4b:
Fistelung mit Ablauf von Flüssigkeit unterhalb des rechten Auges aufgrund der Zahnfraktur aus Abb. 4a.


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Abb. 5:
Zahnfehlstellung eines Unterkieferfangzahnes mit Einbiss am Gaumen, welches zusätzlich zu einer Schädigung des Oberkieferfangzahnes führen kann.


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Abb. 6:
Mundhöhlentumor im Bereich des Unterkieferfangzahns. Bös- oder Gutartigkeit des Tumors und damitBehandlungsmöglichkeiten lassen sich erst nach Röntgendiagnostik und Gewebeuntersuchung beurteilen.


Quelle:
Dr. Markus Eickhoff
Tierarzt und Zahnarzt
Tierärztliche Praxis für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Olgastrasse 31
73728 Esslingen
Tel: 0711/5502044


 

Mein Hund zeigt mir eine eingetretene Glasscherbe in der Regel recht deutlich. Er entlastet das Bein, fängt evtl. an zu humpeln und schleckt an der verletzten Stelle. Und wenn nicht, dann bemerke ich vielleicht die blutigen Tapser auf dem Teppich. Somit hat die Schmerzhaftigkeit bzw. die Lokalisation der Verletzung dazu geführt, dass das Problem aus der Welt geschafft werden kann.
Wie verhält es sich nun mit Erkrankungen in der Mundhöhle des Hundes?

Mundhöhlenerkrankungen sind die häufigsten Erkrankungen des Hundes überhaupt. Hierzu zählen Zahnfrakturen, Parodontitiden (Erkrankungen des Zahnhalteapparates), Mundhöhlentumoren, Zahnfehlstellungen oder Entzündungen der Mundschleimhäute.
Eine fortwährend bestehende Herderkrankung führt zu Schädigungen am Gesamtorganismus, vor allem an Herz, Leber und Nieren. Die Mundhöhle als häufigster Ort einer Herderkrankung sollte daher bei dem Versuch der Gesunderhaltung des Hundes eine entsprechende Gewichtung erfahren. Viele Folgeerkrankungen sind durch eine geeignete Prophylaxe bzw. Therapie von Mundhöhlenerkrankungen vermeidbar.

Problematisch ist die häufig unspezifische Symptomatik bei Erkrankungen in der Mundhöhle. Viele Erkrankungen werden nicht bemerkt oder nicht mit einer Zahnproblematik in Zusammenhang gebracht. Zum einen kann die Mundhöhle nicht immer bis in den letzten Winkel eingesehen werden, zum anderen können die Tiere nur schlecht auf schmerzende Zähne aufmerksam machen.

Ein Beispiel:

Beim Herumtollen bricht ein Zahn ab. Die Pulpa (der „Nerv“) liegt frei. Beim Menschen löst dieses eine prägnante Schmerzhaftigkeit aus. Die Schmerzleitung beim Hund unterscheidet sich nicht von der unsrigen. Wir laufen sofort zum Zahnarzt und nach der Behandlung können wir wieder eine entspanntere Haltung einnehmen. Der Hund läuft nirgendwo hin. Er kann auch nur schlecht auf diesen einen abgebrochenen Zahn aufmerksam machen. Gegebenenfalls mal mit der Pfote übers Gesicht streifen. Oder nicht spielen wollen. Oder den Stock nur noch auf der unverletzten Seite tragen. Die direkt nach dem Ereignis vorliegende Blutung aus dem Zahn wird weggeschleckt wie immer. Dadurch wird der Besitzer leider auch häufig nicht bemerken. Die etwaig getrübte Stimmung des Hundes wird sich nach einigen Tagen wieder erhellen, da die Pulpa den Kontakt zur Außenwelt

nicht überlebt. Einmal abgestorben, nimmt auch die akute Schmerzhaftigkeit zunächst einmal wieder ab.
Und dieses ist fatal!
Nachdem sich mein Hund nun augenscheinlich wieder besser fühlt, was immer er auch gehabt haben mag, werde ich auch die Suche nach dem Auslöser einstellen. In der Tiefe des Kiefers brauen sich nun dunkle Wolken zusammen, da über den Wurzelkanal Bakterien eindringen können. An der Wurzelspitze entwickelt sich eine Entzündung im Kieferknochen, ein Wurzelspitzenprozess. Bei Ausbreitung dieser Entzündung kann ein Abszess entstehen, der sich im Knochen Platz schafft und dadurch vielleicht als Schwellung am Kiefer ersichtlich wird.
Diese Entwicklung hat gedauert, dennoch hatte mein Hund in dieser Zeit trotz hohen Leidensdruckes aufgrund der Schmerzhaftigkeit kaum die Möglichkeit, gezielt darauf aufmerksam zu machen.

Über die Verweigerung des Futters machen Hunde nur selten auf Zahnerkrankungen aufmerksam. Anzeichen von Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen sind schon kleine Veränderungen wie Maulgeruch, Zahnbeläge und Zahnstein, eine Rötung des Zahnfleisches oder vermehrtes Speicheln. Auch Nasenausfluss hat häufig seine Ursache in Entzündungen der Zähne und Kiefer. Offensichtliche Symptome wie Schwellungen am Kiefer oder Blutungen aus dem Fang werden natürlich direkt bemerkt, allerdings ist die Erkrankung zu diesem Zeitpunkt bereits weit fortgeschritten.

Eine gründliche Inspektion der Mundhöhle mit Sondierung fraglicher Bereiche kann einen Überblick über mögliche Erkrankungen geben. Eine röntgenologische Abklärung fraglicher Zähne oder Kieferabschnitte unter Narkose ist jedoch in den meisten Fällen notwendig. Unter Berücksichtigung der möglichen Folgeerkrankungen bei einem Weiterbestehen der Zahnerkrankung und der Tatsache, dass mittels Einzelzahnröntgenaufnahmen (intraorale dentale Röntgentechnik mit Zahnröntgenfilmen) bei einem Drittel klinisch unauffälliger Zähne behandlungsbedürftige Erkrankungen festgestellt werden, ist diese genaue Untersuchung in Narkose fast immer gerechtfertigt. Der Nutzen solch einer gründlichen Untersuchung in Narkose überwiegt in fast allen Fällen das Risiko einer gut geführten Narkose. Eine gezielte Behandlung der Herderkrankung ist die Basis für die Gesunderhaltung des Tieres.

Ein paar Details:
Beläge und Zahnstein sind häufig äußerliche Anzeichen einer im Wurzelbereich liegenden Problematik
durch Parodontitis zerstörter Kieferknochen kann nicht oder nur mit enormen Aufwand wieder regeneriert werden
ein abgebrochener Zahn mit eröffneter Pulpa muss versorgt werden, d. h. er muss extrahiert oder wurzelbehandelt werden, da sich immer ein Prozess an der Wurzelspitze entwickelt
die Mundhöhle ist die vierthäufigste Lokalisation für bösartige Tumoren beim Hund, leider häufig erst zu spät entdeckt

Viele Erkrankungen können durch sorgfältige Beobachtung und geeignete Diagnostik erkannt und behandelt werden. Durch eine gute Zahnpflege können viele Erkrankungen sogar verhindert werden.

Nicht jede Spielunlust oder Wehrhaftigkeit hat altersbedingte oder charakterliche Ursachen, häufig stecken organische Ursachen hinter diesen Veränderungen. Das Tolerieren von Schmerzen durch den Hund aufgrund der Unmöglichkeit, auf diese aufmerksam machen zu können, sollte uns nicht daran hindern, unsere Tiere davon zu befreien.


Verschiedenes zum Thema Impfungen
 
Wie wirkt eine Impfung ?
von Doris Jessen   eMail   www 

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Mit der Impfung wird ein nicht krankmachendes Virus in den Körper gebracht.


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Dieses nicht krankmachende Virus vermehrt sich, so dass gegen viele Viren eine Immunreaktion stattfindet.


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Das Immunsystem bildet innerhalb von 2-4 Wochen gegen die vielen Viren reichlich Antikörper, eine belastbare Immunität ist entstanden.


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Belastbare Immunität heißt, dass das Tier genug Antikörper besitzt, um die Feldviren zu inaktivieren, bevor sie krank machen können. Das geimpfte Tier bleibt gesund, trotz Ansteckung!


Quelle:
Doris Jessen
Journalistin - Corporate Communication
Brunskamp 5f
22149 Hamburg
Tel. 040-672 17 48
Fax 040-672 17 85
Mobil 0172-42 11 381
 
Warum stören mütterliche Antikörper eine Impfung?
von Doris Jessen 

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Der 5-8 Wochen alte Welpe besitzt noch Reste von mütterlichen Antikörpern, aber nicht mehr genug für eine belastbare Immunität.


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Mit der Impfung wird ein nicht krankmachendes Virus in den Körper gebracht.


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Die mütterlichen Antikörper inaktivieren das Impfvirus, bevor es sich vermehren kann, es kommt nur zu einer schwachen Immunreaktion.


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Durch die schwache Immunreaktion werden nur wenig Antikörper gebildet, nicht genug für eine belastbare Immunität.


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Parvovirose
 
Mehr Sicherheit für Hundebabys
von Doris Jessen   eMail   www 

Die Risiken einer Infektionskrankheit sind jedem verantwortungsbewussten Hundezüchter und Hundehalter bekannt. Für Welpen besonders gefährlich, weil in 80 Prozent der Fälle tödlich, ist die Parvovirose. Bisher konnten sie im besonders gefährdeten Alter zwischen der 5. und 8. Lebenswoche nicht geimpft werden,

weil die mütterlichen Antikörper eine Barriere gegen die Impfung bildeten. Mit dem modernen Impfvirus (CPV 2b) ist seit kurzem auch eine Frühimpfung möglich.
Der Beitrag enthält außerdem umfangreiche Empfehlungen, wie sich ein Züchter verhalten soll, dessen Betrieb von Parvovirose betroffen ist.


Die Parvovirose,

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hervorgerufen durch das canine Parvovirus (CPV) ist eine der gefährlichsten Infektionskrankheit für den Hund. Sie befällt vor allem das Immunsystem und die Darmschleimhaut. „Drei bis zehn Tage nach der Ansteckung, die über Nase und Maul erfolgt, bekommt der Hund Fieber, wird matt und appetitlos. Kurz darauf folgen die typischen Symptome Erbrechen und übelriechender, zunehmend blutiger Durchfall. Wird das Tier jetzt nicht sofort behandelt, kann es innerhalb von wenigen Tagen sterben“, erläutert Dr. med. vet. Günter Allmeling, Facharzt für Chirurgie und Chef der

Tierklinik Börnsen bei Hamburg.
Die intensivmedizinische Therapie muss üblicherweise stationär in einer Tierklinik erfolgen. „Das Ziel ist, das Tier in seiner Konstitution und Kondition so lange stabil zu halten, bis die eigene Abwehr greift. Da man gegen das Virus selbst wenig unternehmen kann, besteht die Behandlung hauptsächlich aus Dauerinfusionen, um den Flüssigkeitshaushalt zu stabilisieren. Dazu kommen starke Antibiotika gegen Sekundärinfektionen und virenspezifische Maßnahmen wie die Gabe von Interferon und Hyperimmunseren“, so Dr. Allmeling weiter.


Welpen durch Muttermilch geschützt

Wichtig ist in jedem Fall, dass die Mutterhündin durchgeimpft ist, dann sind die Welpen in den ersten Lebenswochen durch die „maternalen“ (mütterlichen) Antikörper geschützt. Diese nehmen sie in den ersten zwei Lebenstagen mit der Biestmilch

der Hündin auf. Die mütterlichen Antikörper bauen sich aber in ihrer Zahl in den ersten Lebenswochen ab, und da der Welpe noch keine eigenen Antikörper produziert, wird der Schutz immer geringer und das Ansteckungsrisiko höher.


Die „immunologische Lücke“

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Besonders infektionsgefährdet sind Welpen – abhängig von der Anzahl der mütterlichen Antikörper – zwischen ca. der vierten/fünften und zehnten/zwölften Lebenswoche. Die Hundebabys in dieser Zeit zu impfen, war bis vor kurzem wenig sinnvoll. Denn die Reste der mütterlichen Antikörper betrachten das Impfvirus als Infektion und inaktivieren es. Für den Schutz gegen eine tatsächliche Infektion reichen sie aber nicht aus. Diese Phase

bezeichnet man als „immunologische Lücke“.

Ein weiteres Problem hat der Züchter, wenn einer seiner Hunde erkrankt. Dann sollte der Immunschutz beim noch gesunden Bestand noch einmal aufgefrischt werden. Das war aber – zumindest für andere tragende Hündinnen des Züchters – mit den bisherigen Lebendimpfstoffen riskant, weil die Impfviren über die Plazenta des Muttertieres die Föten infizieren oder sie schädigen können.


Forscher entwickeln Frühimpfstoff

Daher gingen die Forschungs- und Entwicklungsbemühungen der Impfstoffhersteller seit langem dahin, Vakzine herzustellen, mit denen diese kritische Phase auf einen minimalen Zeitraum verkürzt werden kann. Von Vorteil war, dass das Parvovirus CPV Typ 2 mit der Zeit kleinere Mutationen bildete: die Antigene CPV 2a und seit einigen Jahren zunehmend auch CPV 2b. Die Veränderungen sind nur sehr gering. Sie sorgen aber dennoch dafür, dass der neue Impfstoff „Virbagen Puppy 2b“ auf der Basis des Typs 2b von den mütterlichen

Antikörpern im Welpenorganismus (dessen Mutter üblicherweise gegen Typ 2 oder 2a geimpft wurde) nicht inaktiviert wird. Trotzdem bewirkt das Impfvirus eine sog. „Kreuzimmunität“, die den Welpen auch gegen die anderen Virenstämme schützt.

Auch bei tragenden Hündinnen kann der neuartige Impfstoff risikolos eingesetzt werden, wie eine Sicherheitsstudie ergab: Die Impfung hatte keinen Einfluss auf den Verlauf der Trächtigkeit, Geburt oder Wurfgröße und die gesunden Welpen entwickelten sich normal.


Wann soll man impfen?

Acht bis zehn Tage braucht ein gesunder Körper mindestens, um nach einer Impfung erste Antikörper zu bilden. Bis zum vollen Immunschutz muss sich das Immunsystem vier bis sechs Wochen mit der zweiten Impfung auseinander gesetzt haben (Booster-Effekt). Die Welpen sind dann also bereits 16 Wochen alt. „Da aber die mütterlichen Antikörper oft schon nach wenigen Lebenswochen unter den noch schützenden Grenzwert (Grenztiter)

rutschen, sollten die Welpen schon in der fünften Woche das erste Mal mit dem neuen CPV 2b-Impfstoff geimpft werden, um die Risikophase für Parvovirose so kurz wie möglich zu gestalten“, so Dr. Allmeling.

Ab der 8./9. Lebenswoche können dann in der gewohnten Weise die regulären Impfungen durchgeführt werden, wie auf den entsprechenden Internetseiten des VDH (Volltextsuche: Impfempfehlung) empfohlen.


Der Teufel schläft nicht

Eine Parvovirose-Infektion kann trotz aller Vorsichtsmaßnahmen auftreten. Denn das Virus wird in großer Menge mit dem Kot erkrankter Tiere ausgeschieden, es ist sehr robust und kann monatelang in der Umwelt überleben. So ist es bei Temperaturen

von 4 bis –25° Celsius noch nach 13 Monaten infektiös, bei 32° Celsius behält es seine krankmachende Wirkung noch länger als sechs Monate. Selbst 80° Celsius übersteht es mindestens 30 Minuten – ebenso wie Chloroform oder Säure.


Umfangreicher Maßnahmenkatalog

Jetzt muss sich die gesamte Organisation des Zuchtbetriebes auf den Kampf gegen die Parvovirose einstellen. In erster Linie sind die (noch) gesunden Hunde zu schützen. Das geschieht durch Quarantänebereiche für jedes einzelne Tier, die von den „Normalstationen“ strikt getrennt und möglichst von verschiedenen Personen betreut werden. Die kranken Tiere müssen als letzte versorgt werden.

Von besonderer Bedeutung sind die Desinfektionsmaßnahmen. Hände müssen regelmäßig gewaschen oder für jedes Tier eigene Gummihandschuhe getragen werden. Zu den potenziellen Überträgern gehören auch Schuhe, Kleidung und Futter- oder Transportwagen. Sinnvoll sind Schutzkittel (besser als Overalls), Einwegüberschuhe oder Desinfektionsmatten an den Übergangsstellen von den Quarantäne- zu den Normalstationen. Die gesamte Schmutzwäsche ist zunächst in verschlossenen Beuteln aufzubewahren und vor dem Waschen zu desinfizieren.

Zur Desinfektion eignen sich nur wenige Mittel,

da das canine Parvovirus sehr resistent ist. Dazu gehören:
0,2%ige Natriumhypochlorit-Lösung
0,5 – 4%iges Formalin
2%ige Glutaralgeyd-Lösung
0,01 M Natronlauge

Nähere Auskünfte geben Hygienemittel-Hersteller wie z.B. Interhygiene GmbH in Cuxhaven, HWR Chemie in Emmering oder Noack GmbH in Warendorf.

Vor der Aufbereitung des Desinfektionsmittels oder bei der Einwirkzeit sollte geprüft werden, ob auch die Mischung und damit die Konzentration stimmt. Generell wichtiger als viel Desinfektion sind gezielte Maßnahmen, die auch „sitzen“. Was nicht desinfiziert werden kann, muss im akuten Krankheitsfall radikal entfernt werden.

Vorsicht walten lassen sollte der Züchter immer bei Neuzugängen: Sie müssen mindestens zwei bis vier Wochen vor ihrem „Einzug“ eine Grundimmunisierung erhalten haben und sollten zwei bis drei Wochen in Quarantäne gehalten werden. Letzte Gewissheit über die Virenfreiheit gewinnt man nur durch eine Blut- und Kotuntersuchung.


Therapien und Impfmaßnahmen

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im betroffenen Bestand sind unerlässlich, um die Ausscheidung von Erregern zu minimieren und alle noch gesunden und infektions-„unverdächtigen“ Hunde zu schützen. Das kann heute über eine „Booster-Impfung“ mit dem oben genannten neuen Impfstoff „Virbagen Puppy 2b“ geschehen. Die Behandlung kranker Hunde während der Inkubationszeit, also in den ersten drei bis neun Tagen, und in der akuten Phase erfolgt wie bei der Prophylaxe durch felines Interferon.

Um eine schadenfreie Trächtigkeit und Aufzucht zu gewährleisten, müssen die Muttertiere mindestens drei Wochen vor dem Geburtstermin in einer

Erreger-freien Umgebung untergebracht werden. Hatte das Muttertier bereits einen Wurf mit Parvovirose-Symptomen, sollten die Welpen schon nach vier bis fünf Wochen abgesetzt und isoliert werden.

Insgesamt betrachtet müssen sich die vielfältigen Maßnahmen gegenseitig ergänzen, um den Infektionsdruck soweit wie möglich zu senken. Nur so ist neuen Erkrankungsfällen entgegenzutreten. Einer traurigen Wahrheit kann sich aber kein Züchter verschließen: Die absolute Virenfreiheit ist kaum zu erreichen. Ein bisschen Glück gehört also dazu, um den Zuchtbetrieb vor großem Schaden zu bewahren.


Quelle:
Doris Jessen
Journalistin - Corporate Communication
Brunskamp 5f
22149 Hamburg
Tel. 040-672 17 48
Fax 040-672 17 85

Fotos:
Prof. Truyen,
Universität Leipzig

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